Welt 05.06.2026
08:08 Uhr

Nach eskalierter Clan-Feier – Polizei geht gegen mutmaßliche Rädelsführer vor


Am Ostersonntag hatte die Polizei wegen Ruhestörung bei einer Shisha-Bar in Leverkusen anrücken müssen. Dabei wurden Beamte von mehreren Mitgliedern einer Großfamilie attackiert. Der Vorfall hat nun ein Nachspiel.

Nach eskalierter Clan-Feier – Polizei geht gegen mutmaßliche Rädelsführer vor

Zwei Monate nach der eskalierten Feier einer Clan-Familie in Leverkusen geht die Polizei mit Razzien gegen die mutmaßlichen Rädelsführer vor. Seit dem frühen Morgen werden mehrere Objekte durchsucht, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet. Bei der Auseinandersetzung am Ostersonntag waren drei Polizisten zum Teil schwer verletzt worden. Laut Medienberichten war ein Großteil der an der Schlägerei beteiligten Personen Mitglieder der im Raum Leverkusen berüchtigten Goman-Familie. Am Abend des 5. April hatten in den Räumen einer ehemaligen Shisha-Bar in Leverkusen (verlinkt auf https://www.welt.de/vermischtes/article6943fe10e23b7abeabf813cf/sie-trugen-rolex-uhren-und-fuhren-mercedes-s-klasse-villa-von-clan-familie-wird-eingezogen.html) rund 50 Gäste gefeiert. Die Polizei rückte gegen 23 Uhr wegen Lärmbeschwerden an und wurde von zahlreichen Gästen attackiert. Ein 25-Jähriger soll mit einem Stuhl einen Polizisten geschlagen haben. Eine 29 Jahre alte Polizistin verlor nach früheren Angaben durch einen Flaschenwurf mehrere Zähne, ein Kollege erlitt einen Armbruch. Eine weitere Polizistin wurde leichter verletzt. Zudem sollen sich die Gäste untereinander angegriffen haben, nachdem Personen, die zuvor die Beamten attackiert hatten, die Bar von innen verriegelten. Bei den Razzien am Freitag hatte die Polizei mit einem Rammbock vorgesorgt. Eine eigens eingerichtete Ermittlungsgruppe nahm zunächst 22 Beschuldigte ins Visier. Nach dpa-Informationen konnten inzwischen unter anderem durch Zeugenaussagen und Bodycam-Aufnahmen drei Personen als mutmaßliche Rädelsführer identifiziert werden. NRW-Innenminister: „Polizei hat längeren Atem“ Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte am Freitag: „In Leverkusen hat sich eine ganze Gruppe auf Polizistinnen und Polizisten gestürzt. Am Morgen stand die Polizei vor den Türen dieser Chaoten. Wir nehmen so einen Angriff nicht zu den Akten, sondern zerlegen ihn in seine Einzelteile und schauen uns an, wer was getan hat. Jeder, der mitgemacht hat, bekommt seine Konsequenz. Wer sich an Einsatzkräften vergreift, soll verstehen: Die Polizei hat immer den längeren Atem.“